Was Sie über Trumps Auto-Strafzölle wissen sollten

Früher war Donald Trump Liebhaber deutscher Luxus-Automarken – jetzt bedrohen sie die nationale Sicherheit der USA. Um diese Sicherheitsinteressen zu wahren, prüft der US-Präsident die Einführung von Strafzöllen auf importierte Autos aus Deutschland. In diesen Tagen fällt die Entscheidung, ob die USA bald Zölle von bis zu 25 Prozent auf Autoeinfuhren verhängen.

Was bedeutet das für die deutsche Autoindustrie?

Ziel der Strafzölle ist es laut Trump, US-Arbeitsplätze zu schaffen, sowohl in der Auto- als auch in der Stahlindustrie. Des Weiteren soll das US-Handelsdefizit reduziert werden – ein weiteres zentrales Thema des US-Präsidenten.

Wie ist die aktuelle Situation?

Interessanterweise ist die deutsche Auto-Industrie inklusive der Zulieferer der größte Auto-Exporteur der USA. In rund 300 amerikanischen Werken arbeiten über 110.000 Beschäftigte, die deutschen Autobauer sind also ein wichtiger Arbeitgeber in vielen Regionen Amerikas. Alleine Volkswagen hat in den letzten fünf Jahren mehr als sieben Milliarden Dollar in den USA investiert. Das ignoriert der US-Präsident allerdings vollkommen absichtlich.

Werden die Strafzölle in voller Höhe beschlossen, könnte dies laut Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts die deutschen Autoexporte in die USA langfristig halbieren, was einem Minus von 18 Milliarden Euro entspräche. Dies hätte deutliche Auswirkungen auf die Autobauer und auch für die Beschäftigten in den deutschen Werken.

Der tatsächliche Effekt dürfte aber deutlich niedriger liegen, wie die Autohersteller erklärten – auch wenn man keine genauen Zahlen berechnen kann. So könnten die Autobauer die Produktion weiter in die USA verlagern. Ob die Auto-Zölle auch langfristig bestehen bleiben, scheint ebenfalls unwahrscheinlich.

Worum geht es eigentlich?

Den US-Präsidenten stört es, dass Deutschland als Exportweltmeister gut am internationalen Handel verdient, ohne im Gegenzug genug amerikanische Produkte zu kaufen. Dabei wird sowohl seitens der USA als auch von der EU vollkommen ignoriert, dass es eigentlich gar kein Defizit zwischen den beiden Wirtschaftsräumen gibt – bezieht man in dieser Rechnung nämlich Dienstleistungen mit ein, kommen unter dem Strich allein durch die Internet-Riesen Google und Facebook vollkommen ausgeglichene Zahlungen heraus.

Letztendlich benutzt Donald Trump die Androhung von Strafzöllen wie bei den Verhandlungen mit China als Druckmittel, um einen „Deal“ auszuhandeln. So wird er letztendlich immer besser als vor den Verhandlungen dastehen, was ihm insbesondere in dem startenden Wahlkampf für die kommende Präsidentschaftswahl helfen dürfte.