Strafzinsen ab dem ersten Euro

Strafzinsen auf Tages- oder Festgeldkonten sind mittlerweile nichts Neues mehr. Bislang gab es aber immer noch Freibeträge, die „strafzinsfrei“ waren. Diese Beträge waren durchaus üppig und reichten bis zu 100.000 Euro. Jetzt stellt aber die erste Bank ihren Kunden bereits ab dem 1. Euro Strafzinsen in Rechnung. Übrigens handelt es sich bei der Bank nicht etwa um eine der großen Banken, sondern um eine Volksbank aus Bayern.

Mittlerweile berechnet mittlerweile fast ein Viertel aller Banken Strafzinsen für private Anleger. Bei Unternehmen sind es sogar bereits 58 Prozent aller Kreditinstitute. Und die Liste dieser Banken dürfte in den nächsten Monaten noch deutlich größer werden.

Und dies ist ein großes Problem – egal, ob 0,5 Prozent Strafzins oder 0,1 Prozent Sparzins. Selbst wenn das Guthaben auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto nominal gleich hoch bleibt, verliert der Sparer. Schuld daran ist die Inflation.

Inflation sorgt nämlich dafür, dass man für einen Euro mit der Zeit immer weniger kaufen kann. Am einfachsten kann man dies am Preis für eine Kugel Eis erkennen. Man muss lediglich den Preis für eine Kugel im Vergleich zum Preis aus der eigenen Kindheit vergleichen. Das gleiche gilt beispielsweise auch für ein belegtes Brötchen beim Bäcker oder für eine Packung Zigaretten. Die gleiche Summe Geld wird mit der Zeit immer weniger wert. Fachleute sprechen dann vom sogenannten „Kaufkraftverlust“.

Möchte man dem Verlust seiner Kaufkraft also etwas entgegenstellen, muss man sich mehr denn je nach einer Alternative umschauen, die genug Ertrag abwirft, um zumindest die Inflation auszugleichen.

Die einzige seriöse Alternative dürfte mittlerweile nur noch eine Investition am Kapitalmarkt sein. Jeder Sparer sollte sich – trotz aller möglichen Vorbehalte – mit den Möglichkeiten und Chancen einer solchen Investition beschäftigen. Sonst ist das Risiko größer denn je, im Alter nicht ausreichend versorgt zu sein.