Corona und die Folgen

Anfang des Jahres war die Zuversicht groß, dass die Weltwirtschaft erneut vor einem Wachstumsjahr stehen würde. Nur ein halbes Jahr später befinden wir uns in der schwersten Rezession seit dem zweiten Weltkrieg.

Nicht nur das Tempo des Absturzes ist ohne historischen Vergleich. Es ist die erste Rezession, die durch politische und wirtschaftliche Maßnahmen gezielt herbeigeführt wurde – wenngleich dies natürlich nicht die Absicht war, sondern eine Folge der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie (mehr Infos finden Sie hier).

Die Märkte verloren im März innerhalb weniger Wochen mehr als ein Drittel ihres Wertes. Anschließend setzte eine Erholungsbewegung ein. Diese konnte die Auswirkungen des vorherigen Einbruches aber noch nicht wieder ausgleichen.

Die Ausschläge an den Börsen sind letztendlich ein Spiegelbild der Entwicklung der Corona-Krise. Der globale Lockdown führt zu einer Rezession, deren volle Auswirkungen immer noch nicht messbar sind. Klar ist aber, dass der konjunkturelle Einbruch so stark wie zuletzt im zweiten Weltkrieg sein wird.

Die staatlichen Bemühungen, diesen Schaden durch ein ganzes Paket von Hilfsmaßnahmen möglichst gering zu halten, haben ebenfalls historische Ausmaße. Noch nie zuvor haben die Regierungen derart schnell und in einem solchen Umfang reagiert.

Wie lange dauern die Auswirkungen in der Wirtschaft?

Diese Superlative lassen vermuten, dass die Welt nach Überwindung der Pandemie eine andere sein wird als zuvor. Die Rolle der Staaten im Wirtschaftskreislauf dürfte größer werden, der bereits vor Corona erkennbare Trend zur Deglobalisierung dürfte sich ebenfalls weiterentwickeln.

In der nächsten Zeit werden vor allen Dingen zwei Faktoren wichtig sein. Zunächst einmal ist es entscheidend, dass möglichst schnell sowohl ein wirksames Medikament sowie ein Impfstoff gegen das Virus gefunden werden. Dies sollte die Sorgen über das Ausmaß einer zweiten Ansteckungswelle und darüber hinaus über einen weiteren möglichen Lockdown beseitigen.

Darüber hinaus ist für die Kapitalmärkte der Verlauf der wirtschaftlichen Erholung ausschlaggebend. Die möglichen Szenarien hierfür werden oft in Buchstaben ausgedrückt.

Ob es eine V-förmige Erholung, ein W oder ein L wird, lässt sich aus heutiger Sicht noch nicht beurteilen. Es gibt schlichtweg noch zu viele Unbekannte, die eine genaue Prognose unmöglich machen.

Wie geht es weiter?

Die Wirtschaft wird mit Sicherheit wieder das Niveau „vor Corona“ übertreffen. Ob dies im kommenden Jahr bereits wieder vollständig geschafft sein wird, ist noch offen. Die einzelnen Unternehmen dürften sich sehr unterschiedlich erholen. Einige Branchen dürften noch Jahre brauchen, um wieder ihr altes Niveau zu erreichen (Tourismus, Luftfahrt). Andere Segmente sind nicht längerfristig betroffen. Oder sie profitieren sogar durch den strukturellen Wandel, den die Pandemie ausgelöst hat (Pharma, Digitalisierung).

Durch die staatlichen Hilfspakete steigen die globalen Schulden weiter rasant. Eine direkte Folge hiervon dürfte sein, dass die Zinsen noch lange Zeit auf den derzeitigen Tiefständen verharren (mehr Infos hier).

Sparkonten und Anleihen werden immer unattraktiver im Vergleich zu Aktien (weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie hier). Daher erhöhen die großen institutionellen Anleger ihre Aktienquoten. Dies wird auch in den kommenden Jahren passieren. Dies dürfte neben der Erholung nach dem Ende des Lockdowns auch der Grund sein, warum die Aktienmärkte in den letzten Wochen gestiegen sind. Diese strukturell steigende Nachfrage nach Aktien sollte die Märkte auch in der kommenden Zeit unterstützen. Bei der Auswahl der Titel sollten die direkten und indirekten Folgen der Pandemie berücksichtigt werden.

Ihr

Knapp Voith Vermögensverwaltungsteam