Wann ist der richtige Einstiegszeitpunkt an der Börse?

„Für Börsenspekulationen ist der Februar einer der gefährlichsten Monate. Die anderen sind Juli, Januar, September, April, November, Mai, März, Juni, Dezember, August und Oktober.“ Viele Anleger halten es bei der Geldanlage mit dem Zitat von Mark Twain.

 

Die Welt ist auch am Kapitalmarkt voller Risiken. Kriege, ob mit Waffen oder Strafzöllen, Negativzinsen hier, steigende Zinsen dort, Schuldenkrise, unberechenbare Politiker – man muss eigentlich nie lange suchen, um Argumente zu finden, warum die Welt an der Schwelle zum Chaos steht. Ist das das richtige Umfeld, um Geld an der Börse anzulegen?

Viele Anleger warten auf den nächsten Crash, der wegen der vielen Risiken sicher kommen wird. Kommt dann tatsächlich einmal ein Einbruch, wird auch nicht investiert, da es dann erst recht zu riskant ist.

 Asset Allocation ist das Wichtigste

Der wichtigste Punkt bei der Geldanlage ist aber nicht die politische Lage oder der Stand von Dax und Dow Jones. Das Entscheidende ist, sich über zwei Dinge im Klaren zu sein: wie lange möchte ich Geld anlegen und welche Risiken möchte ich dabei eingehen?

Diese Fragen sollten vor jeder Investition beantwortet sein. Und dabei geht es nicht nur um Aktien, sondern um sämtliche Formen der Geldanlage. Wie so oft im Leben gilt auch hier das Motto „die Mischung machts“.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die sogenannte „Asset Allocation“ – also die Aufteilung des Vermögens in Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien und alle anderen Formen der Geldanlage – für mehr als 90 Prozent der Rendite verantwortlich ist. Die Frage, ob man jetzt sofort oder erst in einem Jahr investieren soll, ist hingegen für den langfristigen Anlageerfolg fast völlig unwichtig.

Den „richtigen Zeitpunkt“ findet man nicht – das macht aber nichts

Die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt basiert auf der Annahme, dass man Hoch- und Tiefpunkte des Marktes erkennen kann. Auch hier zeigen Studien, dass man bei diesem Versuch mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitert.

Wer beispielsweise zwei Jahre auf einen Börseneinbruch wartet, verpasst im Durchschnitt zwölf Prozent Rendite, die man dann selbst bei einem Einstieg nach einem Kursrückgang erst einmal aufholen muss. Hätte man in den letzten 30 Jahren an der deutschen Börse nur die besten 13 Tage verpasst – also die besten 0,15% – halbiert (!!!) sich die Rendite für den Anleger für den gesamten Zeitraum. Verpasste man die besten 30 Tage der letzten 30 Jahre – also 0,38% aller Tage – wäre die gesamte erzielte Rendite bereits bei Null…

Selbst wenn man nur die 5 besten Tage an den Märkten an der Seitenlinie wartet, kann man bereits in kurzen Zeiträumen viel Rendite „verpassen“:

Selbstverständlich kann man das Gesamtrisiko eines Depots in Krisenphasen steuern, aber man verzichtet auf Performance, wenn man den optimalen Zeitpunkt für eine Investition sucht.

Viel wichtiger ist es, die grundsätzlichen Ziele und Risiken bei der Geldanlage zu definieren und diese dann konsequent umzusetzen. Wenn man dann diese Strategie auch durchhält, wird man langfristig mit einem deutlichen Vermögenszuwachs belohnt werden – dies zeigt die Historie der letzten 150 Jahre.

 

Risikohinweis – Die Kapitalanlage ist mit Risiken verbunden und kann zum Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Weder vergangene Wertentwicklungen noch Prognosen haben eine verlässliche Aussagekraft über zukünftige Wertentwicklungen.