Wie ist die aktuelle Lage beim Coronavirus?

Stand: 09.06.2020

Aktuell gibt es weltweit 7.142.742 mit dem Coronavirus infizierte Personen. Es gibt 407.009 Todesfälle, die meisten Todesfälle gibt es in den USA. Dort sind inzwischen 111.007 Tote zu verzeichnen. Mittlerweile gibt es laut offiziellen Statistiken bereits 3.314.719 Personen, die nach einer Corona-Infektion wieder gesund sind. Über 46 Prozent der erfassten Patienten sind also bereits wieder gesund.

Mit fast zwei Millionen Infizierten ist Amerika in Rekordzeit zum globalen Spitzenreiter geworden. Zunächst waren die Zahlen aus Spanien und Italien am höchsten, dort hat sich die Lage aber stabilisiert. Momentan sind Brasilien sowie Russland die Länder mit den am schnellsten ansteigenden Fallzahlen. Dort wird teilweise die Existenz des Virus in Frage gestellt. Brasilien hat mittlerweile sogar die Veröffentlichung aktueller Infektionszahlen komplett eingestellt, so dass man keinen Überblick mehr über den tatsächlichen Verkauf der Pandemie in dem Land erhält.

In Deutschland gibt es aktuell 186.233 Infizierte. Von diesen Erkrankten gelten 170.050 als geheilt, 8.727 Personen sind an den Folgen der Viruserkrankung gestorben. Mittlerweile sind also 91 Prozent der Corona-Patienten wieder gesund und gibt es in ganz Deutschland kaum noch Neuinfektionen.

In Schweden sieht der Verlauf als einziges Land in Europa noch anders aus. Das Land hat einen Sonderweg eingeschlagen und keinen Lockdown durchgeführt. Es gab lediglich Empfehlungen, Abstand zu halten und möglichst zu Hause zu bleiben, aber keine staatlichen Anordnungen. Auch bleiben Geschäfte und Restaurants durchgehend geöffnet. Dort steigt die Zahl der Infizierten immer noch vergleichsweise deutlich, während im Rest Europas die Verbreitung von Corona weitestgehend gestoppt wurde. Im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße gibt es in Schweden auch eine vergleichsweise hohe prozentuale Anzahl an Toten durch die Pandemie.

Welche Maßnahmen werden aktuell getroffen?

Die Lockerungen im öffentlichen Leben gehen immer weiter voran. Geschäfte und Restaurants haben in ganz Deutschland unabhängig von der Größe wieder geöffnet. Allerdings gilt weiterhin eine Maskenpflicht in Gebäuden und im öffentlichen Nahverkehr, der Mindestabstand untereinander soll auch weiterhin eingehalten werden. In den Unternehmen sind weiterhin große Teile der Belegschaft im Home Office.

Es ist aber durch die erfolgreiche Eindämmung des Virus wahrscheinlich, dass in den kommenden Wochen weitere Lockerungen empfohlen werden. Das nächste große Thema wird die vollständige Öffnung von Schulen und Kitas werden. Dies ist letztlich auch Voraussetzung für eine Rückkehr der Normalität im Arbeitsleben.

Allerdings ist davon auszugehen, dass Tempo und Ausmass der Lockerungen weiterhin regional sehr unterschiedlich ausfallen dürfte. Die Kompetenzen hierfür liegen mittlerweile vollständig bei den Bundesländern. Diese nutzen die Hoheit über die Maßnahmen noch recht unterschiedlich. Dieses Vorgehen ist aber sinnvoll, wie man beispielsweise bei regionalen Ausbrüchen des Virus sehen kann. So wurde nach einem Virus-Ausbruch in Göttingen nach eine Reihe von größeren Familienfeiern lediglich in der Stadt Schulen und Kitas geschlossen, nicht aber im ganzen Bundesland.

Welche Auswirkungen hat das Virus?

Durch die Ausgangssperren ist das öffentliche Leben auf der ganzen Welt zum Stillstand gekommen. Die Wirtschaft leidet extrem, es wird in diesem Jahr zu einer globalen Rezession kommen, die vom Ausmaß her der Großen Depression aus den zwanziger Jahren entspricht. In Deutschland ist die Zahl der Kurzarbeiter auf Rekordniveau, in den USA haben sich über 30 Millionen Leute arbeitslos gemeldet. Solche Zahlen hat es in der gesamten Geschichte Amerikas noch nicht gegeben.

Die Regierungen rund um den Globus haben gigantische Hilfspakete geschnürt, um die Auswirkungen auf die Bevölkerung und auf die Unternehmen so gering wie möglich zu halten. Dies wird sicherlich helfen, eine Vielzahl an Insolvenzen zu verhindern. Nichtsdestotrotz ist es für alle Wirtschaftsteilnehmer überlebenswichtig, so schnell wie möglich wieder zu einem halbwegs geordneten Alltag zurückkehren zu können. Auf Dauer kann keine Soforthilfe und kein KfW-Kredit helfen, wenn man keinen Umsatz machen kann.

Es wird also wesentlich darauf ankommen, wie schnell die Wirtschaft nach der Lockerung der Maßnahmen wieder auf die Beine kommt. Erst dann wird man realistisch einschätzen können, wie stark die deutsche Wirtschaft durch die Corona-Krise geschwächt wurde. Dass es aber zu einem deutlichen Einbruch kommen wird, steht bereits jetzt außer Frage. Der Rückgang des Wirtschaftswachstums dürfte aber in jedem Fall in Deutschland in diesem Jahr mehr als 7 Prozent betragen. Einige Experten gehen sogar von einem zweistelligen Rückgang des Wachstums aus. Dies wäre der größte Rückgang seit der großen Depression Anfang der dreißiger Jahre. Dies verdeutlicht die historische Dimension der Auswirkungen des Coronavirus.

Die Hilfspakete werden finanziert, in dem die Staaten in erheblichen Maße neue Schulden aufnehmen. Dies ist kurzfristig absolut richtig und auch notwendig. Langfristig wird dies ohne wenn und aber dazu führen, dass die Zinsen noch sehr lange niedrig bleiben werden. Wir sind damit endgültig in japanischen Verhältnissen angekommen. Warum dies so ist, können Sie hier nachlesen.

Wie stark wird die Corona-Rezession?

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden gleichzeitig zur schnellsten und zur stärksten Rezession in der Geschichte führen. Ähnliche Zahlen gab es sonst nur zu Kriegszeiten. Dementsprechend war es richtig, dass die Politiker und Notenbanken auf der ganzen Welt sehr schnell extrem große Hilfspakete geschnürt haben, um die Auswirkungen auf Bevölkerung und Wirtschaft abzufedern.

Aktuell sieht es so aus, als ob zumindest im wirtschaftlichen Bereich das Schlimmste hinter uns liegt. Die Wirtschaft wird rund um den Globus wieder hochgefahren, und die Wirtschaftsleistung steigt stetig wieder an. Zunächst wird es wahrscheinlich zu besonders deutlichen Zuwächsen kommen. Nach der Öffnung von Betrieben kommt es zunächst zu sogenannten Nachhol-Effekten. Die Aufträge werden abgearbeitet, teilweise wird aufgeschobener Konsum nachgeholt. Ein anderer Teil der Wirtschaftsleistung bleibt verloren. Urlaube, Restaurant-Besuche etc. können nicht nachgeholt werden. Das Konsumverhalten der Bevölkerung scheint sich ebenfalls in den letzten Monaten geändert zu haben. Wie nachhaltig diese Veränderung ist, kann man aber noch nicht beurteilen.

Daher ist aus heutiger Sicht deutlich, dass die Wirtschaft sich durch die Nachhol-Effekte in den kommenden Monaten deutlich erholen dürfte. Ob dies mittelfristig aber so bleibt. ist noch nicht eindeutig. Hier wird sicherlich entscheidend werden, wie schnell Verbraucher wieder ihr altes Konsumverhalten annehmen und ob die Unternehmen zu Investitionen bereit sind. Diese beiden Faktoren sind entscheidend dafür, wann wir wieder auf ein „Vor-Corona“-Level zurückkehren können.

Die Börsen haben nach dem heftigen Einbruch im März und April mittlerweile wieder sehr schnell in einen optimistischen Modus geschaltet. Die Kurse vieler Aktien notieren bereits wieder auf dem Niveau von vor dem Corona-Ausbruch. Die Börse spiegelt in der Regel auch nicht die aktuelle Situation wider, sondern sie versucht, in die Zukunft zu schauen. Dementsprechend gehen viele Marktteilnehmer aktuell davon aus, dass sich die Wirtschaft wieder sehr schnell von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen wird. Ob dem tatsächlich so ist, wird sich allerdings frühestens Ende des Jahres zeigen. Daher ist es ratsam, in der aktuellen Situation einen ruhigen Kopf zu bewahren.

Aber eins hat sich auch dieses Mal wieder gezeigt: es kommt immer wieder zu Krisen an den Märkten. Diese Ereignisse sorgen in der Regel dafür, dass zumindest am Anfang die Kurse aller Unternehmen fallen. Aber eins ist auch sicher: irgendwann beruhigt sich die Lage wieder. Und dann kann man die Qualitäts-Titel an den Börsen wieder sehr günstig bekommen. Solche Krisen bieten daher – zumindest an der Börse – oft auch immer große Chancen.